Jana Krok – Selfpublisherin mit einer Vorliebe fürs Reisen

Deine Figur Sofia beschließt, allein den Jakobs-weg zu gehen. Wenn wir sie auf eine Tasse Tee träfen, was würde sie uns über sich erzählen? Bei einer Tasse Tee würde Sofia erzählen, dass sie den Jakobsweg nicht nur gegangen ist, um ein Ziel zu erreichen, sondern auch, um sich selbst wiederzufinden. Und dass sie unterwegs festgestellt hat, dass Blasen an den Füßen manchmal leichter zu ertragen sind als Zweifel im Kopf. Und wahrscheinlich würde Sofia mit einem Augenzwinkern hinzufügen: „Außerdem habe ich gelernt, dass man auf dem Jakobsweg zwei Dinge wirklich braucht: gute Wanderschuhe und die Fähigkeit, über sich selbst zu lachen.“
Was wünschst du dir, welches Gefühl deinen Leser:innen bleibt, nachdem sie deinen neuen Roman Ankommen auf dem Jakobsweg beendet haben und den Buchdeckel schließen? Ich wünsche mir, dass sie den Buchdeckel mit einem Lächeln schließen und mit dem Gedanken, dass Veränderung möglich ist. Und zwar in jedem Alter. Der Roman soll Mut machen, und wenn meine Leser:innen danach denken: „Vielleicht wage ich auch etwas Neues“, dann hat das Buch genau das erreicht, was ich mir erhofft habe.
Gibt es etwas, was dich während deines gesamten Schreibprozesses begleitet? Ja, Spaziergänge im Wald. Viele Szenen entstehen tatsächlich nicht am Schreibtisch, sondern beim Gehen. Das passt natürlich wunderbar zu einem Roman über den Jakobsweg. Manchmal habe ich das Gefühl, dass meine Figuren beim Laufen plötzlich anfangen zu reden, und ich muss anschließend nur noch schnell genug nach Hause kommen, um alles aufzuschreiben.
Inwieweit beeinflusst dich deine Arbeit als Juristin und Coachin in deiner Tätigkeit als Autorin? Als Juristin habe ich gelernt, genau hinzuschauen und Menschen in ihren Beweggründen zu verstehen. Hinter jeder Entscheidung steckt eine Geschichte und genau das interessiert mich auch beim Schreiben. Coaching-Themen tauchen in meinen Romanen ganz automatisch auf. Meine Figuren stehen oft an einem Wendepunkt im Leben und ich begleite sie, ähnlich wie im Coaching, ein Stück auf ihrem Weg.
Erzähle uns gern über deine Erfahrungen im Self-Publishing. Self-Publishing ist ein bisschen wie der Jakobsweg: Man startet mit einer Idee, weiß nicht genau, was unterwegs alles passiert, und lernt dabei unglaublich viel über sich selbst. Als Self-Publisherin bin ich Autorin, Marketingabteilung und manchmal auch Motivationscoach in einer Person. Das kann herausfordernd sein, aber ich liebe die kreative Freiheit. Und der Moment der Buchveröffentlichung fühlt sich ein bisschen so an, als würde man nach einer langen Etappe auf dem Jakobsweg endlich das Ortseingangsschild sehen.
Welches Buch hat dich in letzter Zeit besonders berührt? Mich berühren Bücher, in denen Menschen den Mut finden, auf Reisen zu gehen. Geschichten über Aufbruch und Ankommen haben für mich eine ganz besondere Kraft. Und manchmal bekomme ich plötzlich Lust, meinen Rucksack zu packen und einfach los-zuziehen. Vielleicht ist das das Schönste an Literatur: Sie kann uns auf Reisen schicken, selbst dann, wenn wir gerade mit einer Tasse Tee auf dem Sofa sitzen.


Hinterlasse einen Kommentar